averagesingularity

:X | FR- SO 08.05. - 10.05.2026 | 29. Woche | 0. Tag

In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag hatte ich einen Rückfall, d. h. ich habe wieder eine erotische Geschichte geschrieben. Am Freitag habe ich den Wecker nicht gehört und verschlafen. Daher war ich zu spät beim Arzt und wurde nicht mehr in die Sprechstunde gelassen, d. h. kein Medikinet für mich. Später habe ich erfahren, dass der Bruder meiner Oma verstorben ist. Ich erinnere mich nicht an ihn aus der Zeit in Usbekistan, d. h. der Trauerfall ist für mich vor allem wegen meiner Oma und meiner Mama relevant. Es war klar, dass ich am Samstag meine Oma informieren musste. Ich habe mich also bereits am Freitag zu einem wiederholten Rückfall „entschieden“. Samstag habe ich gleich nach einer „kurzen“ Morgenroutine (ohne Blog und Qigong) mit meiner Tante am Telefon meiner Oma erzählt, was passiert ist. Ich bin so lange, wie ich konnte, bei Oma geblieben und dann los zur Arbeit. Auf der Arbeit habe ich über den Buschfunk erfahren, dass es zwei sehr gute andere Bewerber für die TL-Stelle gibt, und einen Termin für ein Gespräch am Dienstag bekommen. So wie ich meinen Geschäftsführer einschätze, muss ich mich umpositionieren, doch dazu konnte ich mir noch keine genauen Gedanken machen. Am Sonntag, mein eigentlich freier Tag für die Wochenplanung etc., war die Beerdigung. Nach dem ich die Verfassung meiner Oma gesehen hatte, wollte ich sie nicht allein lassen. Als Kompromiss hatte ich mir vorgenommen, meine Wochenplanung bei ihr zu Hause zu machen. Das hat nicht geklappt. Ich war den Großteil des Tages bei ihr.

Mittags gab es ein weiteres Telefonat mit meiner Tante und Infos zur Beerdigung. Wir haben den Tag über vor allem geredet, Rommé-Cup gespielt, waren abends spazieren und anschließend in einem Café. Ich war die ganze Zeit über wie in einem Minenfeld und konnte sie nur ertragen, indem ich kalkuliert das Hörbuch in einem Ohr hatte. Die immer gleichen Geschichten darüber, wie schlecht meine Familie und ich sie behandeln etc., könnte ich so nicht anhören und dabei ruhig bleiben. Aber als Ausnahme für die Situation war das mit okay, sonst hätte ich einfach gehen müssen. Die ganze Situation hat mir meine persönlichen Defizite sehr aufgezeigt und nochmal betont, dass es bei meiner Oma geistig nur noch bergab gehen wird und ich das nicht ernst nehmen darf, gleichzeitig aber überlegen muss, wie sie an Pflege kommt, denn es ist an der Grenze der Zumutbarkeit. Sie braucht viel mehr Hilfe, als sie aktuell bekommt, und blockiert gleichzeitig genau diese Hilfe von meiner Familie. Ich brauche mehr psychologisches Wissen im Umgang mit Demenz. Als ich nachmittags etwas von zu Hause holen musste, habe ich kurz innegehalten, und mir ist bewusst geworden, wie erschöpft und wütend ich war. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr anders helfen als mit dem anderen „getimeten“ Rückfall. Ich war in der Zeit zwar funktional, aber das Verhalten ist einfach nicht in Ordnung und schadet mir langfristig. Kurzfristig hat es mich funktional gehalten – ein sehr altes Muster.

Die Selbsthilfegruppe am Abend hat mich sehr aufgefangen, weil die Situation aus Perspektive der Abstinenz ein großer Test war, den ich nicht bestanden habe. Ich habe jetzt in den nächsten Tagen viel nachzuarbeiten.

Ich habe diesen Blog-Eintrag jetzt am Montag (11.05.2026) geschrieben, um die „wichtigsten“ Themen festzuhalten. Jetzt geht es an den eigentlichen Blog für den 11.05.2026.