Gestern war ein sehr gemischter Tag.
Einerseits habe ich mich nach langer Zeit wieder mit einem Kumpel getroffen – wahrscheinlich zum ersten Mal in diesem Jahr. Das war eine sehr schöne Sache. Wir haben vormittags ein bisschen gequatscht. Übers Leben und die welt .
Andererseits war der Arbeitstag selbst sehr anstrengend. Ich hatte das Gefühl, ich renne von einem To-Do ins nächste – in einem sehr getriebenen Modus, insbesondere getrieben durch Anweisungen von einem Vorgesetzten, gleichzeitig aber auch durch das ständige „Das muss jetzt sofort gemacht werden!“ von mir selbst. Und auch, dass ich Sachen nicht weitergeleitet, sondern selbst gemacht habe – Sachen, die schnell erledigt werden mussten. Ich bin nicht sehr zufrieden mit mir in dieser Hinsicht. Ich habe das Gefühl, ich könnte noch mehr delegieren. Andererseits habe ich auch das Gefühl, dass ich, wenn ich zu viel delegiere, irgendwie nichts mache. Das stimmt nicht, denn meine Aufgabe ist größtenteils Kontrolle, Einarbeitung sowie das Aufrechterhalten von Standards und Qualität. Aber das Mit-Anpacken ist wichtig für die Gruppenmoral und das Team – und vor allem in unterbesetzten Situationen.
Auf jeden Fall war gestern ein sehr langer Tag. Meine Schichten gehen ja immer von 11:30 Uhr bis ca. 22 Uhr. Gestern hatten wir es tatsächlich geschafft, um 16:10 Uhr fertig zu sein, was gut war. Aber weil ich mit dem Auto runtergefahren bin, musste ich erstmal zu Fuß nach Hause. Und mein Handy-Akku war leer, das heißt, ich konnte nicht telefonieren.
Als ich endlich zu Hause angekommen bin, wollte ich nur noch duschen und dann zu meiner Mutter gehen. Aber statt tatsächlich zu meiner Mutter zu gehen und zu duschen, habe ich Manga gelesen, weil ich meinen Blocker immer noch von den Tagen davor deaktiviert hatte. Und ich habe mir dabei auch nichts weiter gedacht, obwohl das eigentlich „rot“ war. Das hat dann den Rest meines Abends in Anspruch genommen, bis ich schließlich beschlossen habe: Okay, ich lege mich jetzt schlafen, damit ich morgen früh wieder fit bin, weil ich spontan die Vertretung fürs Lager übernommen habe. Das bedeutet, dass ich heute bereits um 10 Uhr auf der Arbeit bin, bis 17 Uhr. Aus Jux und Dollerei habe ich mir dann die Dominion-App runtergeladen und habe sie gespielt, was für mich ein Computerspiel-Rückfall ist. Deswegen habe ich die App auch wieder gelöscht, nachdem ich sie gespielt hatte. Ich nehme mir vor, sie nicht mehr zu installieren. Es hat zwar Spaß gemacht und war ganz cool, aber es ist eine Form von Zeitvertreib bzw. Zeitverschwendung, wenn man es allein spielt. Und ich habe Wichtigere Dinge zu tun.
Das hat mir gezeigt, dass die Ablenkung, die Spiele mir bieten können, immer noch enorm stark ist. Und ich habe mich von allen anderen Problemen und Konflikten, die anstehen, abgelenkt. Ich habe mich dabei recht gut gefühlt, aber es ist eben nur eine Symptombehandlung, keine langfristige Lösung. Das zeigt mir aber, dass es wichtig ist, andere Hobbys zu kultivieren. Ich hoffe, dass das Malen irgendwann diesen Stellenwert einnimmt. Bisher ist es noch nicht so weit.
Heute gehe ich zum Arzt wegen des Juckreizes. Das macht mich einfach kirre. Ich habe ein bisschen rumgegoogelt und herumgeschrieben. Eine wahrscheinliche Ursache könnte Eisenmangel sein, obwohl ich eigentlich meine
Nahrungsergänzungsmittel-Säfte trinke. Aber es könnte sein, dass nicht genug Eisen darin enthalten ist. Ich müsste mir dann zusätzliche Pillen besorgen. Ich erinnere mich, dass das Problem war, dass die hochkonzentrierten Eisentabletten alle nicht vegan sind und die veganen bei mir zu einer richtig schlimmen Übelkeit führen – bis zum Erbrechen. Und deswegen nehme ich sie nicht. Aber normale Präparate mit Eisen haben eigentlich ganz gut funktioniert. In der Vergangenheit muss ich schauen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mein Arzt sagt. Er wird mir sehr wahrscheinlich einen Termin geben wollen, weil heute hat das Labor bereits geschlossen. Naja, mal gucken. Danach geht es ab zur Arbeit. Dort stehen heute keine besonderen To-Dos an, außer ein Taubengitter zu montieren. Und ansonsten habe ich heute abends keinen Therapieplatz bekommen. Das heißt, ich habe heute nach 17 Uhr frei. Dann setze ich mich bei meiner Mutter hin und sortiere mich ein wenig – hinsichtlich Ampel und Blocker. Es ist gut, dass ich sie wieder aufschreibe. Das ist nicht so gut wie die Situation allgemein.
Ich wünsche einen schönen Tag. Danke fürs Lesen