averagesingularity

9. Woche | 63. Tag Wochenrückblick.

Habe ab heute eine neue Form von Tagesabschluss, die ich in ein Notizbuch schreibe, da ich keine übersichtliche und einfache App gefunden habe. Inhalte / Foki sind:

Suchtdruck (10) / Abstinenz (0): 1

Konsumkontrolle: Violet Evergarden, 1 Folge 🟢

Dankbarkeit: Sauna, bin gesund, Zeit mit anderen

Erfolge: 45 min Yoga, Ampel lief gut, eigene Grenzen kommuniziert

Learnings: Der Wochenplan hat noch viele Lücken

Wünsche: dass Weihnachten schön wird

To-dos: Wochenplan (Details, Verbesserung), Vorbereitung der Reflexion für Weihnachten und Silvester

Besonderheiten: Ein Rehabilitand geht Dienstag und hat heute der Gruppe Feedback gegeben.

Details: Der Tag heute war mit Absicht recht lose strukturiert, womit ich mich gut fühle, aber gleichzeitig bin ich ein wenig frustriert, weil ich mehr hätte erledigen können, wenn es strukturierter gewesen wäre. An dieser Stelle vielen Dank an meine Kritiker, sie mögen sich zu Bett begeben. Ich konnte den Tag mit Qi Gong starten, schön frühstücken, mir eine Übersicht über den Tag verschaffen und anschließend Yoga machen, mit zwei anderen. Dann gab es kleinere Probleme mit dem Kreditdienst, die geklärt werden mussten, aber das Schöne daran war, ich konnte einen Spaziergang draußen machen und das wunderbare Wetter genießen. Nach dem Mittagessen habe ich zusammen mit ein paar anderen Jungs den Laptop angeschlossen und wir haben eine Animefolge geguckt und meine Ampel weiter getestet. Der Anime Violet Evergarden ist sehr traurig und sehr schön. Allerdings war meine Reaktion wesentlich entspannter und unbedenklicher im Vergleich zu der beim Manga von gestern. Ich habe mich dagegen entschieden, heute noch mal den Manga auszuprobieren. Ich lasse jetzt noch einen Tag darüber wachsen. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar darüber, dass es mir sehr leicht gefallen ist, den Konsum mit dem Anime zu kontrollieren, weil zumindest dieser Anime für mich eine riesige Ressource ist. Ich habe mich noch mal ein bisschen an die Wochenplanung gesetzt und doch viel Verwirrung gehabt und angefangen, herauszuarbeiten, wo meine Lücken sind. Es sind sehr viele Sachen, die ich beobachten will, und das ist sehr schwer übersichtlich zu machen. Also habe ich nach digitalen Lösungen gesucht und ausprobiert und Accounts angelegt. Nachdem ich dann drüber nachgefühlt habe, habe ich mir eingestanden, dass ein Papiernotizbuch zwar Schreibarbeit bedeutet und physisch vorhanden ist, aber am einfachsten zu personalisieren ist und ich mich auch über etwas in der Hand freuen kann. Deswegen ist es doch ein Notizbuch geworden. In das Notizbuch schreibe ich jetzt jeden Abend eine grobe Übersicht über den Tag mit den Stichpunkten, die das sind, und habe am Anfang, wie in einem Bullet Journal, eine Übersicht für jeden Monat, wo jeder Tag eine Zeile hat, in der ich das ganz kurz einmal aufschreibe, damit ich meinen Suchtdruck und mein Befinden im emotionalen Zugang verfolgen kann, ohne mich durch vier unterschiedliche Apps zu klicken. Ich werde es jetzt eine Zeit lang ausprobieren, bin aber vorsichtig optimistisch. Ich habe zwei Gespräche mit zwei anderen Rehabilitanden geführt. Das eine war sehr traurig, weil die betreffende Person überfordert ist mit ihrer psychischen und der physischen Gesundheit. Und ich musste leider einfach einsehen, dass manchmal das Einzige, was man mit einer Person tun kann, ist, ihr zuzuhören, ihr zu spiegeln, wie es ihr geht, und das war’s. Die ganze Situation hat mich wieder daran erinnert, dass es sehr wenig Auswirkungen hat, was man selbst macht, auf die Welt, und man sich mit vielem arrangieren muss, was im Außen ist. Aber immerhin kann man den Umgang mit sich selbst und die eigenen Gedanken, Emotionen und den Körper bis zu einem gewissen Maß beeinflussen. Ich habe mir vorgenommen, aufzuhören, auf mich einzutreten, wenn ich mich krank und schwach fühle, weil es einfach nicht hilft und weil ich heute daran erinnert wurde, wie sehr es einen Unterschied macht, sich die eigenen Schwächen zu erlauben bzw. zu akzeptieren. Sonst kann man die kleinen schönen Dinge im Alltag gar nicht suchen, sehen oder genießen. Viel leichter gesagt als getan. Das zweite Gespräch war wesentlich kürzer. Er hat doch tatsächlich versucht, mich davon zu überzeugen, mit ihm zusammen in ein Zimmer zu kommen. Leider auf sehr direkte und in meinen Augen dreiste Art und Weise. Als er mein erstes Nein nicht akzeptiert hat, habe ich eine sehr eindeutige Grenze gezogen und das Gespräch zu einem konstruktiven Ende gebracht. Das Thema ist jetzt vom Tisch. Anschließend haben wir noch Kerzen angezündet. Ich bin sehr gespannt, wie sich das jetzt entwickeln wird und wie er damit umgeht. Die Tantengruppe war entspannt. Wir haben auch Themen gemacht und besprochen, uns einen Neuen vorgestellt und die Wochenaktivität für nächste Woche geplant. Wir haben morgen einen Spieleabend. Anschließend war ich noch wunderbar saunieren, habe den Tag reflektiert mit dem neuen Buch und jedem Block geschrieben. Jetzt gehe ich erstmal heia bubu. Vielen Dank fürs Lesen und einen wunderbaren Start in die Woche.