Der Tag war eigentlich gut. Anstrengend, aber gut. Ich habe viel geschafft, fast schon zu viel, und gleichzeitig meine eigenen Vorsätze komplett ignoriert. Das ist so typisch und so frustrierend. Ich krieg’s hin produktiv zu sein, aber nicht das, was ich mir vorgenommen habe. Naja.
Ergotherapie war… nicht gut. Die Kugel macht Fortschritte, ja, aber ich habe wieder rumgeschliffen und ein paar Sachen zerschossen. jetzt ist sie kleiner und unrunder und es nervt mich. Gleichzeitig versuche ich zu akzeptieren, dass es halt so ist. Einfach weitermachen, auch wenn es nicht perfekt ist. Das ist schwerer als gedacht.
Aquafit habe ich nach Absprache mit dem Therapeuten ausfallen lassen., weil ich an den Therapie-Hausaufgaben dran geblieben bin. Ich habe an meinem Zeitstrahl gearbeitet, bzw. meinem Lebensstrahl, und das hat einiges aufgerissen. Sieben Jahre und so vieles immer noch unbearbeitet. Es kam richtig viel hoch. Aber diesmal bin ich ins Fühlen gekommen und bin nicht weggelaufen. Ich habe verarbeitet statt verdrängt, und mein Zeitstrahl hat ein paar neue Ergänzungen. Und das war gut. So ein bisschen Klarheit, so ein „Ah okay, das war alles wirklich da.“ Früher wäre das alles sofort in Scham und Trauer versunken. Heute ging es. Heute konnte ich drin bleiben. Und es war sehr fruchtbar. Ich baue Wintervertrauen dazu und Übung darin auf wobei die Bewegung im awua fit auch gut gewesen wäre aber es hatte mich raus gebracht und ich wäre vrls.sxchwieirgee wieder reingekommen und hatte Verkopft weiter an dem Strahl geschrieben.
Ich bin stolz darauf. Das Gefühl zuzulassen, die Umgebung zu schaffen, nicht sofort dichtzumachen. Auch die Themen mit Hannah, diese offenen Schleifen zwischen ADHS, Depression, Sucht und Beziehung. Dieses ganze Geflecht, das damals kollabiert ist. Wenn ich ehrlich bin, war ich schon lange vorher in Mustern drin, die alle Kriterien erfüllt hätten. Mediensucht, depressive Phasen als Teenager und am Anfang vom Studium – Phasen, die eigentlich stark genug für eine Diagnose waren. Dann kam das Praktikum. Einde ZAG und im Helmholtz Institut und die erste Bachelor Arbeit. Nachdem ich mir systematisch mein soziales Umfeld und keine Ressourcen zerlegt hatte weil ich die Dysfunktionalitst der Beziehung nicht ernst genug genommen hatte und mir nicht damalsch schon professionelle hilfe.ehohlen wollte.
Aber ich habe das jetzt besser im Griff. Immer mehr. Hat ja nur 5 Jahre gedauert xD. Das ist etwas, worauf ich wirklich stolz sein darf. Das theoretisch Hoffnung für die Zukunft macht aber eben noch immer einen sehr bittere Medizin ist die nur langsam runtergeht. Die Einsichten von heute haben sehr geholfen mit ein Bild der Aktuellen Situation zu machen und für die Zukunft positiver gestimmt zu sein.
Worauf ich weniger stolz bin: Ich habe am Nachmittag wieder rumgelabert mit meinem Zimmernachbarn. Das wäre ok gewesen, aber dann kam mir der Impuls das ihm eine einfache Einfühl-Übung helfen könnte und ich habe es sofort angeboten. Selbst auf die Frage ob ich das jetzt will und aknnhabe ich mit ja geantwortet. Die Leute hier kennen mein Thema und versuchen extra mich nicht auszunutzen... Aber ich muss mich eben auch selbst abgrenzen..... Ah... Ich werde sauer wenn ich wieder dran denke. statt einfach nein zu sagen oder einen passendne Spotify/ audio Clip vorzuschlagen . Es war schön. Es hat mich gefreut. Aber es ging komplett gegen meinen Vorsatz. Und ich merke, dass ich immer wieder in diese Helferrolle rutsche, obwohl ich gerade eigentlich lernen soll, das nicht zu tun.
Dann kam noch der Neue in der Gruppe, und wir haben alte Themen angesprochen. Und da war dieses Vermeidungsthema, und ich habe mich so sehr in einem Anderen Patienten hier gesehen, dass es mich getriggert hat. Die Weigerung zu fühlen, dieses Wollen und Nicht-Können, dieses Nicht-Bitten-Können. Und ich habe schon einmal heute jemandem geholfen und dann gleich nochmal. Es war gut für ihn. Wirklich gut. Und das freut mich. Aber es war wieder gegen meine selbst gesetzten Grenzen.
Und es ist verrückt, wie schwer mir das fällt. Abgrenzung macht mich einfach fertig. Ich weiß nicht, warum es so schwer ist. Ich weiß nicht, warum ich das nicht hinbekomme. Ich weiß nur, dass ich immer wieder an denselben Punkt stoße: Ich will helfen und ich kann helfen, aber ich verliere mich dabei. Oder nicht? Aber ja definitiv...
Ich versuche mir einzureden, dass es okay ist. Man kann nicht jeden Tag 100 % Therapie durchziehen. Unrealistisch. Und wenn es Spaß macht anderen ein bisschen zu helfen, und es niemanden verletzt, dann ist es vielleicht auch einfach… normal? Keine Ahnung. Es bleibt trotzdem dieses Mäh-Gefühl. Nicht schlimm, aber störend. Wie ein Stein im Schuh.
Und trotzdem: Der Tag war gut. Ich war im Fühlen. Ich bin weitergekommen.
Danke fürs lesen.