Heute war ein voller Tag.
Was grob passiert ist:
Vielen neuen Patienten begegnet.
Eine Übersicht über das Gelände und die Therapie- bzw. Freizeitangebote erhalten. Bis 18 Uhr ist der Tag recht strukturiert – mit Gruppentherapie, Gruppentreffen, Ergotherapie, Sporttherapie und Patientenaktivitäten. Der Abend ist frei, es gibt ein paar Abendaktivitäten, die auf einem schwarzen Brett beworben werden, wie z. B. das Mitsingen gestern Abend.
Ich werde das nächste Mal wahrscheinlich selbst organisieren, falls sich niemand findet, weil ich es so schön fand. :)
Nachmittags habe ich endlich meine Gruppe kennengelernt. Die meisten Therapien finden in „Wohngruppen“ statt. Das sind sechs Zimmer à zwölf Leute (aktuell sind wir aber 14). Die Gruppe ist also überbelegt, weil ich ursprünglich für die Spielsucht geplant war. Ich bleibe bis nächsten Dienstag/Mittwoch auf der Aufnahmestation, werde die Therapie aber mit den Jungs machen (es sind nur Jungs). Das Alter geht von 20 bis 36. In nur kurzem Austausch habe ich sehr viele ähnliche Verhaltensweisen und Eigenheiten gesehen, die ich von mir kenne oder früher hatte – da zeigt sich das Muster durchaus. Einige haben auch ADHS.
Der Gruppenschwerpunkt ist Internet-, Medien- und Computersucht. Das passt zum Thema. In der Willkommensrunde haben einige dieselben Probleme genannt, wie ich sie habe. Sie sind sehr chaotisch, und das Allererste, was ich mir innerlich vorgenommen habe, ist, mich nicht mit deren Problemen zu beschäftigen, außer es wird für mich relevant, und Distanz zu wahren. Ich befürchte, es wird für mich relevant werden, weil so viel Gruppentherapie von der Gruppe selbst moderiert wird und die Runde dahingehend wenig Erfahrung hat. Einfach, damit wir mehr gebacken bekommen als Gruppe. Wobei ich mich aktuell eher frage, was langfristig für die Abstinenz die sinnvollste Entscheidung wird – wahrscheinlich eine Mischung aus Selbstkontrolle üben und schöne Sachen mit der Gruppe machen, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen.
Ich habe morgen die erste Ergotherapie. Aktuell gibt es sehr viel Urlaub, daher fällt viel Therapie aus, insbesondere Sport.
Am Abend habe ich ein Brettspiel, das wie Stille Post funktioniert, mit anderen Patienten gespielt – war ganz nett – und jetzt lasse ich den Tag Revue passieren und mache Pläne für morgen.
Wie es mir geht:
Die Gruppe war sehr anstrengend, und mich zurückzuhalten hat es nicht leichter gemacht.
Es gibt viele gute Therapieansätze, insbesondere mit der Sporttherapie und dem Sozialen Dienst, die ich ansprechen werde, um mich für die Zeit nach der Reha vorzubereiten. Sind nur noch 68 Tage.
Zwei Tage Abstinenz – yey. :) Bleibt nur noch der Rest des Lebens. xD
Es fällt mir sehr leicht, das Handy auf dem Zimmer zu lassen oder mich mit den Büchern zu beschäftigen. Schwieriger wird’s inzwischen bei menschlichem Kontakt oder wenn es um Karrierethemen geht.
LG