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19.02.2026 | 18. Woche | 0.

Der heutige Tag hatte drei Teile:

  1. Aufstehen, frisch machen, ab zur Oma

  2. Arbeitsalltag

3.Nach Hause kommen und gestern verarbeiten.

1. Die Nacht war relativ kurz, aber der Start in den Tag war überraschend gut. Es hat geholfen, dass ich gestern das Dokument gelöscht hatte. Auch wenn ich viel zu lange daran geschrieben habe, um an den Punkt zu kommen, an dem ich loslassen konnte. Meine Augen haben das Ganze zusätzlich erschwert. Ich hätte auch vorher einfach schon aufhören können / dürfen / müssen Aber ich war heute deutlich entspannter – zwar frustriert und erschöpft, aber gleichzeitig auch relativ zufrieden mit meinem Umgang mit der Situation. Die Tatsache, dass ich noch in der Nacht den Computer abgeklemmt und mein Tastentelefon vorbereitet hatte, hat mich optimistisch gestimmt. Es zeigt mir, dass ich immerhin bereit bin, konsequente Veränderungen durchzusetzen.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass die nächsten drei Tage und die kommende Woche nochmal eine enorme Herausforderung sein werden – einfach, weil mein Gehirn wieder stark mit Dopamin geflutet wurde. Ich bin gut aus dem Haus gekommen und hatte ein gutes Gespräch mit Oma. Morgen früh fahren wir zum Sanitätshaus, um zu klären, was genau mit den Stümpfen ist, die ihr zu schaffen machen. Meine Hypothese ist, dass sie sie falsch anzieht, vielleicht noch Gewöhnung braucht und beim Sport langsamer anfangen sollte – oder ihre Maße haben einfach nicht ganz gestimmt.

2. Dieser Arbeitstag war erstaunlich entspannt. Wir hatten keinen Personalmangel. Das heißt, ich konnte mich tatsächlich auf meine Tätigkeit konzentrieren, koordinieren, offene Baustellen adressieren und langsam abarbeiten. Ich habe mich zwar immer wieder verzettelt – aufgrund meiner Erschöpfung – aber ich habe mich jedes Mal wieder gefangen. Ich bin zufrieden mit dem Pensum, das ich geschafft habe.

3. Heute Abend habe ich viel nachgedacht und viel geredet darüber, was gestern genau passiert ist. Das Thema ist noch lange nicht aufgearbeitet, aber es hilft mir, einzuordnen und meinen Umgang mit dem Schreiben neu zu bewerten Ich bin mir noch nicht sicher, wie genau ich das einstufen werde, aber ich mache mir inzwischen etwas weniger Selbstvorwürfe über die Inhalte und das Ausmaß, das das Ganze angenommen hat. Weil ich meine sexuellen Grundbedürfnisse doch schon sehr lange unterdrückt habe – und die aktuelle Situation eine wesentlich höhere Belastung für mein gesamtes System darstellt als es in der Klinik der Fall war, wo ich sie leichter unterdrücken konnte. Das wollte ich lange nicht ganz wahrhaben – und teilweise will ich es noch immer nicht.

Das Ausmaß an Suchtdruck, das ich heute verspürt habe, war allerdings deutlich geringer als ich es nach dem Schreiben am Samstagabend und dem Bilder-Generieren am Sonntagvormittag erwartet hatte. Ich konnte mich sehr gut auf die Arbeit und auf den Haushalt konzentrieren.

Gleichzeitig habe ich weniger Verpflichtungen im Hinterkopf, weil ich mich gestern vom Kidscamp-Thema distanziert habe.

Ich sehe da einige Synergien – bin aber auch erstmal sehr skeptisch, wie ich mit dem Schreiben langfristig umgehen will. Und ich will mich da noch nicht zu schnell aus dem Schneider lassen.

Danke fürs lesen!