Nach der Schulung gestern war der Start in den heutigen Tag dennoch sehr langsam.
Gestern Abend habe ich mich noch einmal hingesetzt und über die aktuelle Situation nachgedacht. Ich bin jetzt etwas mehr als zwei Wochen aus der Wiedereingliederung heraus. Das Review der letzten Woche war sehr konstruktiv, hat aber gezeigt, wie wenige der „gesunden“ Routinen wirklich sitzen. Dieser Blog ist ein perfektes Beispiel dafür: Ich bekomme es einfach nicht hin, ihn regelmäßig zu schreiben und daran zu denken. Vielleicht denkt ihr, dass es nach einem „kleinen“ Thema klingt. dem ist nicht so!
Auch wenn sich die Form des Blogs regelmäßig ändert, ist die Funktionalität größtenteils gleichgeblieben. Es geht darum, mich mitzuteilen und gleichzeitig Verantwortung für meinen Alltag zu übernehmen. Hier steht nicht jedes kleine Detail, aber alles, was ich für relevant und/oder interessant halte. Das sind die Dinge, die mein Leben lebenswert machen, oder Themen, die mich am meisten beschäftigen. So inkonsistent wie dieser Blog ist, so ist auch mein Alltag und mein Innenleben. Zu viel Fluktuation für jemanden, der sein Leben schrittweise umkrempeln und einen abstinenten Lebensweg finden oder entdecken will. Zu viel ehrenamtliches Engagement, zu viele Versprechen an andere, zu wenig Reflexion und Zeit, einfach ich selbst zu sein oder zu verstehen und umzusetzen, was ich aus der Reha und dem Alltag gelernt habe. Das will ich ändern.
Deshalb werde ich kommende Woche nicht nach Freiburg fahren. Deshalb habe ich die Deuko abgesagt (ich habe schon einen Abnehmer für das Zimmer). Auf den Kosten für das Ticket werde ich sitzen bleiben , ich sehe es einfach als Spende an den Verein und als Lehrgeld. Es ist wenig, wenn ich dafür meinen Alltag in den Griff bekomme.
Zu meiner Jobsituation: Ich sehe nicht, wie ich in den nächsten zwei Monaten meinen Alltag sicher im Griff haben könnte. Ich werde den Vertrag voraussichtlich entfristen lassen und mich darauf einstellen, mir (wenn nötig) neue Aufgaben zu suchen und die Stelle neu zu verhandeln. Aber ich kann es mir gerade nicht leisten, externe Unsicherheit zusätzlich zu meinen psychischen Problemen zu haben. Bevor ich irgendjemandem etwas beibringen kann, muss ich erst meinen eigenen Kram im Griff haben. Das kann ich immer noch protokollieren und später nutzen, aber ich wäre viel zu idealistisch, wenn ich so tun würde, als wäre ich weiter.
Danke fürs Lesen und liebe Grüße