Offensichtlich war die letzten Tage sehr viel los so viel dass ich gar nicht dazu kam hier hinein zu Schreiben .
Kurzversion:
Mehrere Tage nicht geschrieben, aus Erschöpfung und Vermeidung
Seminarabschluss, wichtige Erkenntnisse zu Abgrenzung und Verantwortung
Rückkehr in die Arbeit lief ruhig und wertschätzend
Erkenntnis: zu viel Verantwortung übernommen, weniger wäre mehr gewesen
Alltag stabilisiert sich, aber ein Streaming-Rückfall als Warnsignal
Zentrales Thema: Emotionsregulation, Prioritäten, Identität nach der Reha
Körperliche Selbstfürsorge hilft, Fokus bleibt auf Stabilität
Lange Version:
Ich habe vom letzten Sonntag bis heute Donnerstag nicht in den Blog geschrieben. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen wurden die Abende immer später, und es war mir wichtiger, rechtzeitig ins Bett zu gehen, als noch ein paar Sätze hier reinzuschreiben. Zum anderen sind in dieser Zeit Dinge passiert, die ich mir selbst nicht so richtig anschauen wollte. Das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen, aber es ist ein größeres Thema, das gerade im Raum steht, und das hat sicher auch dazu beigetragen, dass ich weniger schreiben wollte.
Deshalb nehme ich mir jetzt wieder vor, abends zumindest einen Satz hier zu lassen. Meine Morgen- und Abendroutinen und mein Tracking habe ich die ganze Zeit durchgezogen, nur diese Form der Kommunikation hier habe ich vernachlässigt. Kurzer Rückblick auf die letzten Tage.
Am Sonntag war vormittags der Abschluss des Seminars zum Thema Kindeswohlgefährdung. Vieles war mir bereits bekannt, aber es wurde eine sehr hilfreiche Entscheidungshilfe erarbeitet, die man gut an Helfer weitergeben kann. Insgesamt ein dankbares Seminar. Gleichzeitig musste ich mich immer wieder ausbremsen, nicht in Aktionismus zu verfallen und mich bei Kidscamp-Themen zu stark einzubringen. Ich war dort, um Informationen mitzunehmen und weiterzugeben, und dabei bleibt es. Neue Verantwortungen, die ich nicht dauerhaft halten kann, werde ich bewusst nicht übernehmen. Ich will schauen, was mein zumutbares Minimum ist, und das dann so gut wie möglich umsetzen. Wie genau das aussieht, wird sich zeigen.
Den Sonntagnachmittag habe ich genutzt, um die Woche zu planen und die vorherige Woche zu verarbeiten. Insgesamt war ich zufrieden. Gleichzeitig musste ich mir eingestehen, dass mit dem Kassenabschluss und der Fahrt nach Bad Honnef sehr viel zusammengekommen ist. Ich wusste das von Anfang an. Es wäre deutlich leichter gewesen, das nicht zu tun, und objektiv wäre kein großer Schaden entstanden, außer schlechtem Gewissen und angekratztem Selbstwert. Genau daran will ich arbeiten. Mir klarzumachen, dass meine Anwesenheit oft nicht überlebensnotwendig ist. Dinge hätten auch ohne mich funktioniert. Achtsamer mit meinem Alltag umzugehen, mich an erste Stelle zu setzen und konsequent an meinen eigenen Themen zu arbeiten, wäre vermutlich die bessere Entscheidung gewesen. Ein Teil von mir will das nicht, aber effektiv wäre es. Diese Erfahrung hat auch meinen Entschluss gefestigt, beim Randfall komplett auszusteigen.
An dem sonntagabend war dann auch der erste call unserer selbsthilfegruppe der gut lief wir haben viel gequatscht und uns auf den zweiwöchigen Turnus geeinigt. Was für mich realistisch problematisch ist weil ich alle zwei Wochen genau zu der gleichen Zeit meine Mutter sagt Meeting habe und mein kidscamp Orga meeting. Drei Sachen innerhalb von drei Stunden die sich teilweise überschneiden. Ich suche noch nach Lösungen bin ein bisschen pissig auf mich selbst aber am wichtigsten ist für mich aktuell die selbsthilfegruppe wobei ich die vielleicht auch einen anderen Tag legen kann das bespreche ich am Leben kommen Sonntag. Ich war mir vorhin nicht dessen bewusst dass diese regelmäßigen Termine und auf der gleichen Zeit liegen. Das ist mir erst nach dem call aufgefallen wo die Entscheidung bereits getroffen wurde. Wir haben darüber gesprochen, wie es den Leuten geht, besonders denen, die schon länger draußen sind, und wie es weitergehen könnte. Ich war gelinde gesagt sehr schlecht vorbereitet.
Am Montag war dann mein erster Arbeitstag. Vormittags hatte ich einen Kieferorthopädentermin, bei dem mein Retainer entfernt wurde, weil er in der Reha Probleme gemacht hatte. Nachmittags dann der Wiedereinstieg in die Arbeit. Das lief gut. Ich habe mich gefreut, die Leute wiederzusehen, wurde herzlich empfangen und war insgesamt entspannt. Es ist viel liegen geblieben, das ich jetzt schrittweise angehen will. Dafür gibt es Verständnis und Respekt für meine begrenzte Arbeitszeit, womit ich mich sehr wohl fühle. Ich habe mit verschiedenen Leuten gesprochen, mir Updates geholt und mir einen Überblick verschafft. Damit bin ich zufrieden.
Am Abend fand die Kassenprüfung zur Übergabe statt. Die lief gut, auch weil ich alles gründlich vorbereitet hatte. Gleichzeitig hat sie mir wieder gezeigt, dass weniger mehr gewesen wäre. Es wäre völlig okay gewesen, weniger Verantwortung zu übernehmen.
Am Sonntagabend war ich zu erschöpft zum Schreiben, am Montag wurde es spät, unter anderem wegen Telefonaten mit Freunden.
Dienstag war ebenfalls intensiv. Vormittags war ich im Fitnessstudio, das hat gut geklappt. Nachmittags habe ich gekocht, Haushalt gemacht, geputzt, mich auf die Arbeit vorbereitet und wegen meiner Oma viel telefoniert, weil sie Spezialstrümpfe braucht, die sie jetzt endlich hat. Abends war ich wieder arbeiten. Auch das war gut. Viele Einsichten. Das braucht Zeit und Energie, aber ich bin da vorsichtig optimistisch.
Der Mittwoch war sehr wertvoll,( ehrlich gesagt auch sehr herausfordernd ) auch wenn der Abend schwierig war, weil ich einen Rückfall hatte. Kein Rot auf der Ampel, also keine Pornografie und kein Gaming, aber zu viel Streaming. Statt ein bis drei Folgen Diver Garden wurden es acht. Das war Mist, aber es ist passiert. Ich habe mich damit auseinandergesetzt, ein Rückfallprotokoll geschrieben und verstanden, woran es lag.
Der Auslöser war Stress durch finanzielle Themen rund um meine Zähne. Am Mittwochmorgen war ich bei einer Zahnreinigung, die von der Versicherung übernommen wird, aber zwei Füllungen mussten erneuert werden. Zusätzlich hatte mir der Kieferorthopäde erklärt, welche Optionen es für meinen Unterkiefer gibt, weil sich die Zähne wieder verschieben. Das wird teuer, eventuell sogar eine Operation. Davor habe ich Angst, und das habe ich nicht wirklich emotional konfrontiert. Es war im Hintergrund präsent und hat Stress gemacht, ohne dass ich es richtig gemerkt habe.
Der Mittwoch selbst war schon voll. Zahnarzt, Friseur, bei meiner Oma gewesen, einem Kumpel telefonisch geholfen, die Waschmaschine gereinigt und dabei leider den Notfallschlauch versenkt, den ich jetzt mit Hilfe wieder rausholen muss. Abends wollte ich mit meinem Blu-ray-Player, den ich günstig auf eBay gekauft habe, drei Folgen schauen, am Ende wurden es elf. Ich habe irgendwann selbst gestoppt, aber die Kontrolle war weg und ich habe gegen meine eigenen Regeln verstoßen.
Ich habe daraufhin meine Ampel angepasst. Konkret heißt das: Ich stelle mir vor dem Schauen einen Wecker und schreibe vorher jemandem, bis wann ich schauen will. Wenn ich mich nicht melde, soll nachgefragt werden. Das habe ich mit meiner Mama und mit Freunden abgesprochen. Das ist erstmal eine Übergangslösung, um zu prüfen, ob Serien alleine für mich komplett auf Rot gehören oder ob es mit Sicherungen geht. Das größere Thema dahinter war eine mangelnde Emotionsregulation. Ich habe ein emotional schweres Thema kognitiv gelöst, aber nicht gefühlt. Das nächste Mal wird zeigen, ob ich daraus gelernt habe.
Heute war dafür ein sehr schöner Tag. Vormittags arbeiten, entspannt. Mittags mit meiner Mama quatschen, essen und Tee trinken. Nachmittags endlich wieder Sport, etwas Cardio, das normale Workout und danach Sauna. Ich war zweimal drin, eine kleine, niedliche Sauna mit sechs Ruheliegen und automatischem Aufguss alle halbe Stunde. Hightech-Staff. Das hat sehr gutgetan.
Abends habe ich etwas gegessen, mich erholt, telefoniert, ein paar Papier- und Ablagesachen erledigt und diesen Blogeintrag geschrieben. Jetzt bin ich müde und gehe schlafen. Morgen habe ich wieder einiges vor.
Vielen Dank fürs Lesen bis hierhin. Eine s Home Restwoche