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15. Woche | 101. Ankommen und Reality Check

Mein letzter Eintrag ist schon eine Weile her, und in der Zeit ist viel passiert.

Mir war klar, dass ich im Blog weiterschreiben möchte. Zeitpunkt, Frequenz und Format sind weiterhin unklar. Ehrlich gesagt waren sie das schon immer. Trotzdem habe ich mich entschieden, wieder anzufangen. Ich wurde mehrfach darauf angesprochen, und das Schreiben hier hat mir gutgetan.

Kurzfassung: Am Sonntagabend gab es ein Abschiedslagerfeuer und einzelne Verabschiedungen mit anderen Rehabilitanten.

Am Montag ging es zurück. Ich wollte die GT mitnehmen, was nur teilweise geklappt hat, weil die Therapeutin wegen einer Autobahnsperrung stark verspätet waren. Dadurch bin ich deutlich später aus Münchwies weggekommen als geplant. Der Tag war sehr ereignisreich, fast zu viel, um es richtig zu verarbeiten. Sehr unangenehme Überraschungen gab es keine, trotzdem war ich abends recht aufgewühlt und spät im Bett.

Der Dienstag lief anders als geplant, vor allem wegen eines kurzfristigen Arzttermins meiner Oma. Retrospektiv teilweise unnötig, aber genug, um mein Gewissen und ihres zu beruhigen und die Schritte die eingeleitet wurden sehencih als Vorsichtig vielversprechend. Ich bin insgesamt sehr gut mit der Situation umgegangen. Kein Hörbuch, wenig Stress, gut geplant. Alles Wichtige habe ich zumindest angefangen. Ich war sehr dankbar, dass die Möbel schon standen und nur noch der Esstisch fehlt. Ich habe es geschafft, einen Schrank komplett leerzuräumen und vieles ins Arbeitszimmer zu sortieren. Dabei wurde mir wieder klar, wie viele lose Kabel, Elektronik und Bastelkram noch keinen festen Platz haben. Frustrierend, aber ein laufendes Projekt. Einkaufen hat funktioniert, Morgen- und Abendroutine rudimentär, wie erwartet. Heute lief alles nach Plan, bis der Facharzt meiner Oma einen spontanen Termin angeboten hat, den ich angenommen habe. Zum Glück konnte jemand fahren, großes Dankeschön dafür. Danach hatte ich genug Energie zum Kochen. Ich habe ein einfaches Gericht probekocht, einen Eintopf, den ich früher oft gemacht habe. Mit Kochen, Essen, Putzen und Spülen war ich bei etwa einer Stunde zehn. Dafür, dass ich drei Monate kaum gekocht habe, völlig okay. Beim Kochen konnte ich noch telefonieren, was mir gutgetan hat. Ich bin gespannt auf das erste Online-Meeting am Sonntag. Nach dem Essen habe ich mich an den gefürchteten Kassenabschluss gesetzt. Der Prozess war extrem verwirrend, alte Unterlagen, unvollständig, Belege suchen und digitalisieren. Ganz Fertig bin ich noch nicht, aber das Grundgerüst steht. Das Wichtigste ist getan. Morgen spreche ich mit dem restlichen Vorstand. Je nach Erwartungshaltung bin ich damit erstmal durch und kann mich wieder auf mich konzentrieren. Kleine Unstimmigkeiten gibt es noch, aber insgesamt bin ich im Plan.

Für morgen habe ich einiges vor. Fitnessstudio steht an, und vielleicht schaffe ich es, weiter festzulegen, was wo in der Wohnung seinen Platz bekommt. Der Haushaltsplan funktioniert in einer Mini-Version. Noch offen ist, ob ich feste Tage nutze oder lieber Themenblöcke je nach Stimmung.

Emotional ist viel Chaos da. Ich nehme mir Dinge vor, feiere Erfolge, wenn sie gelingen, und lerne daraus, wenn sie es nicht tun. Gleichzeitig ärgere ich mich über vergangene Entscheidungen, die mir heute Dinge schwerer machen. Positiv ist, dass es aktuell gut läuft in Bezug auf Suchtdruck und Rückfälle, besonders bei Pornografie und Gaming.

Sorgen macht mir der Hörbuchkonsum. Ich nutze ihn bewusst, um unangenehme Dinge erträglicher zu machen, obwohl ich das eigentlich reduzieren wollte. Ich habe das Tageslimit auf eine Stunde erhöht, nur allein, nicht in Gesellschaft. Trotzdem gefällt mir nicht, wann und wofür ich höre. Ich überlege eine Sperrzeit abends, zum Beispiel nach 20 Uhr keine Medien mehr. Meine größte Sorge ist Kontrollverlust, dass ich Dinge liegen lasse oder schlechter erledige wegen Hörbüchern. Eigentlich hatte ich mir genau dieses „zum Tun konsumieren“ verboten. Beim Lesen merke ich selbst, dass da etwas nicht stimmt. Ich nehme mir vor, diese Woche komplett auf Hörbücher zu verzichten und Aufgaben ohne sie zu erledigen, notfalls mit instrumentaler Musik. Noch ist kein Schaden entstanden, aber die Richtung gefällt mir nicht. Abstand bis Sonntag erscheint mir sinnvoll. Rückmeldungen dazu sind willkommen.

Jetzt habe ich den Blogeintrag geschrieben und gehe schlafen. Ich bin etwas frustriert, irgendetwas fehlt, aber ich kann es noch nicht benennen.

Ich wünsche euch einen guten Start in den Donnerstag.

Liebe Grüße und wie immer vielen Dank fürs Lesen