Ich bin mal wieder überfordert.
Heute hatte ich zum ersten Mal seit einer Weile einen Abend komplett frei von sozialen Interaktionen. Und genau das fällt mir schwer. Diese freie Zeit zu strukturieren. In der Klinik war es leichter, weil die grobe Struktur immer gleich war und ich mich darauf verlassen konnte.
Der Tag selbst war ruhig. Morgens ausschlafen, Morgenroutine und Arbeit. Die Arbeit war heute sehr produktiv. Ich habe alles erledigt, was anstand, und die nächsten Tätigkeiten für die kommenden Tage vorbereitet. Das fühlt sich gut an.
Trotzdem habe ich noch immer Schwierigkeiten einzuschätzen, wie ich meinen Haushalt angehen und zuverlässig pflegen kann. Ich wünschte, ich könnte mir da mehr vertrauen, aber so weit bin ich noch nicht. Ich versuche, mich langsam heranzutasten. Was mir heute etwas geholfen hat, war mir einzugestehen, dass mein Haushalt vorher deutlich schlechter lief. Jede Form von Plan ist bereits eine Verbesserung. Mein Mangel an Erfahrung bedeutet eben auch, dass ich rudimentär anfangen muss.
Selbst das überfordert mich.
Also bleibt nur: ausprobieren, Erfahrungen sammeln. Und ja, vermutlich werde ich auch dabei scheitern. Es ist erstaunlich schwer, mich selbst realistisch einzuschätzen.
Morgen habe ich die erste Therapiestunde seit meiner Rückkehr aus der Reha. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt und wie viele Sitzungen ich noch habe beziehungsweise ob meine Therapeutin mich weiter begleiten kann oder will.
Danke fürs Lesen.
Ich wünschte, ich hätte mehr zu berichten.